Sommergrüße von der Wildnisfamilie

Unsere Sommergrüße kommen heute von Caroline, die mit ihrer Patchwork-Großfamilie, zu der sieben Kinder gehören, einen Großteil des Jahres durch Europa fährt. Diese Art zu leben praktizieren sie seit etwa 10 Jahren. Von März bis Juli diesen Jahres waren sie in sage und schreibe 14 verschiedenen Ländern unterwegs – eine aufregende Reise, von der hier einige Impressionen zu sehen sind. Vielen Dank, Caroline, daß Du uns an Deinen Abenteuern ein klein wenig teilhaben läßt. Vor der Reise ist nach der Reise. Nach der Reise ist vor der Reise. 

Für unsere Reisen, die ja unser Leben sind, planen wir folgendes: Nichts!
Wir haben kein Ziel und keine Vorgaben. Immer der Nase lang, dem
schönen Wetter und den Abenteuern, die auf uns warten, entgegen. Denn
genau in dieser Ungewissheit liegt für uns der Reiz des Lebens. Die
Dinge zu nehmen und mit ihnen zu gehen wie sie kommen. Flexibel in
unserer Bewegung zu bleiben und sich das Leben selbst entwickeln zu
lassen. 

Bei unserer letzten viermonatigen Reise durch Europa wollten
wir eigentlich nach Sizilien. Sind dann jedoch schlussendlich in
Griechenland und sogar in der Türkei gelandet und haben Sizilien nicht
mal von Weitem gesehen. Das lag weder an unserem Navigationsgerät, noch
an unsere Orientierung, sondern einfach daran, dass sich etwas anderes
ergeben hat. 

Ein
festgefahrenes Leben wäre für uns ein Graus. Wir haben uns aus dem
Hamsterrad von „Arbeiten, Essen, Schlafen, Arbeiten und zwischen drin
drei Wochen Urlaub“ befreien können und genießen unser Vagabunden Leben.
Wobei wir immer mal wieder mehrere Monate am Stück einen festen Platz
haben, auf dem wir wohnen. Denn auch das ist wichtig, eine Reise setzen
zu lassen, all die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten, um schließlich
wieder offen sein zu können für die nächsten Erlebnisse. Daher leben wir
in Portugal auf einem traumhaften Grundstück in Alleinlage. Dort haben
wir eine Wohnjurte und eine Saunajurte, Quellwasser und Solarenergie.
Dieses Grundstück ist das Pendant zu unserem bewegten Reiseleben und
erdet uns wieder ganz neu. Nach einigen Wochen jedoch fängt es in uns
wieder an unruhig zu werden und wir bereiten uns auf den nächsten Trip
durch unsere wunderbare Welt vor.

Solch
ein Reiseanfang ist jedes Mal ein wunderbarer Sprung direkt ins Leben.
Wir wissen nicht, was und wer uns begegnet und das macht die Seelenhaut
frisch und glättet alle Falten des Routinealltags. Wir lassen uns
einfach auf das Abenteuer ein und fließen mit dem, was da kommt.
Flexibilität, Humor und Aufmerksamkeit sind Eigenschaften, die dabei
sehr hilfreich sind. Während der Reise fliegt dann alles angestaubte
einfach von uns ab. Es tut gut, wieder frischen Wind um die Ohren und
durchs Gehirn pfeifen zu spüren, den Horizont zu erweitern und über den
eigenen, begrenzten Tellerrand zu schauen.

Unsere
Kinder sind durch unseren Lebenswandel unwahrscheinlich flexibel und
gute Langstreckenfahrer und ein nörgelndes „wann sind wir da“, kennen
wir nicht. Zudem haben sie eine gewisse Sicherheit sich in fremden
Kulturen zurechtzufinden und sprechen fließend Englisch und etwas
Portugiesisch, was hilfreich in vielen Ländern ist, weil man sich einige
Wörter ableiten kann. Sie lernen nebenbei Dinge, die sie ansonsten in
der Schule lediglich durch Schulbücher oder Videos erfahren würden. Wir
nennen das „ganzheitliches Lernen“, denn es ist unmittelbar und erlebbar
für sie und nicht nur ein theoretisch angeeignetes Wissen. Das Leben selbst und solch eine Reise sind immer auch ein Spiegel voneinander:

Während
man auf einer gewundenen Straße fährt, weiß man nie, was einen hinter
der nächsten Kurve erwartet. Ebenso ist es auch im Leben. Wir wissen
nie, was geschieht. Manchmal fahren wir eine lange Strecke auf einer
Autobahn, es geht zügig voran. Plötzlich eintretender Regen oder eine
Nebelbank nehmen uns die Sicht, Seitenwind wirft uns von einer Seite auf
die andere und wir haben ordentlich zu tun, nicht von der Fahrbahn ab
zukommen.
 
Manchmal drängelt einer von hinten, weil wir ihm zu langsam
fahren und manchmal sind wir die Drängler, die sich von dem Vordermann
aufgehalten fühlen. In seltenen Fällen bleiben wir wegen einer
Reifenpanne liegen oder der Sprit ist uns ausgegangen und wir kommen
nicht mehr voran und sind auf Hilfe von Außen angewiesen. 

Schauen wir
auf die vorbeifliegende Landschaft, wollen wir vielleicht anhalten um
zu bleiben, zu erleben. Aber wir müssen weiter. Und an anderen Stellen,
wo es hässlich und langweilig ist, stehen wir dann im Stau und kommen
nicht weiter und werden somit zwangseingeladen, zu verweilen. 

Und ganz selten merken wir, dass irgendwas ziemlich verquer läuft und ganz und gar nicht stimmt. Siehe das Video.


Wir können also während einer Reise üben, wie wir im Leben mit diesen Situationen umgehen und andersherum ebenso.Wir
sind also freudig gespannt, was wir alles erleben werden. Gerne kannst
Du uns auf unserem Blog begleiten aufunseren Touren. Du findest uns
unter:

Sommergrüße von der Wildnisfamilie
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