Mütter vorgestellt: Dörte von ‚Liebling nicht jetzt‘


Dörte lebt mit ihrem schwedischen
Mann und ihren zwei Kindern in Berlin. Auf Ihrem Blog ‚Liebling nicht jetzt schreibt sie über alles was sie interessiert:
über gesellschaftliche Themen, Familienleben, Reisen und Lifestyle. Hinzu kommen zahlreiche
Tipps, unter anderem zur Schwangerschaft. So bin ich auf ihrem Blog auf eine tolle Informationsseite zum Thema Medikamente in der Schwangerschaft gestoßen, die ich seitdem regelmässig nutze.
Ein sehr
lesenswerter Blog, den ich nur empfehlen kann – nicht zuletzt auch wegen der vielen witzigen Anekdoten und Dialoge aus
dem Familienalltag, in denen ich mich oft wiederfinde (‚Wenn das Telefon klingelt… zum Beispiel). 

Bevor ich Mutter wurde war ich immer sehr selbstbestimmt und spontan, hab gern in den Tag gelebt
und mich treiben lassen, lange geschlafen, viel gelesen, lange telefoniert. Ich
kann mich dunkel an Tage erinnern, die habe ich komplett auf diese Weise im
Bett verbracht. Mit Kindern fühle ich mich oft fremdbestimmt, zumal meine
beiden auch noch sehr klein sind. Spontan bin ich zwar immer noch, aber eher
aus der Not heraus, weil sich die Kinder nicht an meinen Plan sondern nur an ihren
eigenen halten. Das führt zu weniger und kürzeren Telefonaten und während ich
früher viel und oft verreist bin, decken sich meine Reisen heute oft mit
Familienbesuchen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass unsere engsten
Familienangehörigen in Schweden und in den USA leben. Da braucht man für einen
Besuch einfach mehr Zeit und muss planen bzw im Voraus buchen. Das war früher
ganz anders.

Der Tag beginnt nun, sobald das erste Kind morgens wach ist. Allerdings hält
sich das im Rahmen. Beide, mein Mann und ich, sind Langschläfer und ein
bisschen hat das auch auf unsere Kinder abgefärbt. Am Wochenende liegen wir meist
alle zusammen im großen Ehebett und kuscheln miteinander. Wir gucken uns
Bilderbücher oder Bildbände oder Zeitschriften an, frühstücken ausgiebig im Bett
und wechseln anschließend die Bettwäsche. Das Zelebrieren von Mahlzeiten gehört
eindeutig zu meinen Liebling-Aktivitäten mit meinen Kindern. Wir kochen und wir
essen alle sehr gern und mit der Zeit haben sich typische Familiengerichte
entwickelt, auf die wir uns alle freuen. Carlotta zum Beispiel isst am liebsten
Gulasch, Luis mag Kartoffelpfannkuchen mit Apfelmus und Thomas und ich lieben
Sushi. Alles eher aufwändige Gerichte, aber jeder bekommt seine Kochschürze um
und los geht’s. Dazu decken wir das Esszimmer ein und auch die Kinder merken
dann, dass Mahlzeiten etwas Besonderes sind.

Aber manchmal gibt es Phasen wo das Schlafen überhaupt nicht funktioniert,
wo ganze Nächte von Schreien begleitet werden und man am nächsten Tag nicht
weiß wie man diesen überstehen soll. Bevor ich eigene Kinder hatte wusste ich
nicht welche Form und vor allem welche Dimension die eigene Erschöpfung haben
kann. Ich kann gut nachvollziehen, wie Schlafentzug als Foltermethode
eingesetzt wurde.  Das Schlafdefizit und
die fehlende Tiefschlafphase in der Nacht sind für mich das Schwierigste am
Muttersein. Damit steht und fällt schon mal die gesamte Tagesplanung. 

 
Am Muttersein hat mich am meisten überrascht wie sehr ich mich plötzlich in
meine eigene Mutter hineinfühlen kann und wie viel von ihr in mir steckt. Ich
finde das sehr schön, weil ich auf diese Weise meinen Kindern etwas von ihr
mitgeben kann. Der beste Rat, den ich bekommen habe war mir vorzustellen, was
ich auf meinem Sterbebett sagen würde. „Hätte ich doch bloß mehr gearbeitet“?
Wohl kaum. Ich bin nach der Geburt meiner Tochter wieder Vollzeit in meinem
Beruf eingestiegen. Seitdem weiß ich, dass ich nichts verpasse, wenn ich mit
meinen Kindern zusammen bin. Jetzt nach dem zweiten Kind lasse ich mir mehr
Zeit. Ich erlebe jeden Tag Momente, in denen mich meine Kinder mit dem was sie
sagen oder tun zutiefst berühren und das sind die schönsten und intensivsten
Momente, die es gibt. Die möchte ich nicht missen, zumal die Zeit so schnell
vergeht.
Anderen Ratschläge zu geben finde ich schwierig. Die Situationen sind oft
nicht vergleichbar und jedes Kind ist anders. Viele Leute wollen auch gar
keinen Rat sondern eher Bestätigung für die Entscheidung, die sie innerlich
längst getroffen haben. Am ehesten wäre mein Rat: seid ehrlich zu Euch selbst. 
Vielen Dank fürs
Mitmachen, Dörte! Schlafentzug als Foltermethode – da kann ich nur zustimmen! 😉
Mehr von Dörte zu
lesen gibt’s auf Ihrem Blog ‚Liebling nicht jetzt‘.

xx Michelle

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