ADHS – Richtig einordnen und behandeln

Konzentrationsprobleme | © panthermedia.net /SimpleFotoKonzentrationsprobleme | © panthermedia.net /SimpleFoto

Euer Kind ist sehr lebhaft, reagiert oft impulsiv und hat Probleme dabei sich zu konzentrieren oder lässt sich schnell ablenken? Bei diesen Anzeichen denken viele Eltern vorschnell an die Diagnose ADHS. Spätestens in der Schule wird diese Vermutung durch überarbeitete und genervte Lehrer gerne noch verstärkt, in der Hoffnung durch eine schnelle Diagnose das lebhafte Verhalten des Kindes durch die Nutzung von Medikamenten wie Ritalin zu unterbinden.

ADHS oder normale kindliche Entwicklung?

Dabei solltet ihr aber jederzeit bedenken, dass dieses Verhalten größtenteils vollkommen normal in der Entwicklung eines Kindes ist und nur in extremen Fällen wirklich medikamentös behandelt werden sollte. Wichtig ist, dass man zum Beispiels zwischen ADHS und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kurz ADS, ohne Hyperaktivität unterscheidet. Bei letzterem treten zwar die gleichen Symptome in Hinsicht auf eine verminderte Aufmerksamkeit und die Fähigkeit sich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren auf. Nicht jedoch das bei ADHS inbegriffene hyperaktive Verhalten. Wir versuchen euch einen kurzen Überblick über die Diagnose ADHS zu verschaffen und euch Tipps zu geben wie ihr damit richtig umgeht.

Diagnose ADHS

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Was ist ADHS eigentlich genau?

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom – kurz ADHS – ist die bei Kindern und Jugendlichen am weitesten verbreitete psychiatrische Diagnose Deutschlands. Nach aktuellen Schätzungen zu urteilen, ist in etwa jedes zwanzigste Kind davon betroffen. Im Erwachsenenalter sinkt die Zahl leicht, wobei man davon ausgeht, dass immer noch jeder dreißigste Erwachsene betroffen ist. Jungen sind hierbei circa vier Mal häufiger betroffen als Mädchen. Die Zahl der mit ADHS diagnostizierten Kinder ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wobei man bedenken sollte, dass ADHS eine der häufigste Fehldiagnosen darstellt, da viele Kinder schon bei minimalen Konzentrationsprobleme oder gerne auch bei lebhaftem und lautem Verhalten von genervten Eltern, Lehrern und Ärzten mit der Diagnose ADHS abgestempelt werden, obwohl keine Erkrankung vorliegt. Durch diese Tatsache wird die Statistik leider stark verfälscht, wodurch genaue Angaben zur tatsächlichen Verbreitung nur schwer zu tätigen sind.

Symptome von ADHS

Wie bereits erwähnt, sind die wichtigsten Symptome bei vorliegendem ADHS verminderte Konzentrationsfähigkeit, Hyperaktivität, die noch zusätzlich durch impulsives Verhalten verstärkt wird. Weitere Symptome, die typisch für ADHS sind:

  • Vergesslichkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Lese-/Rechtschreibschwächen
  • langsame Reaktionen
  • teilweise auch motorische Schwierigkeiten

Die ersten Symptome treten meistens schon im Kleinkindalter auf und steigern sich dann bis zum Beginn der Pubertät. Typische Verhaltensweisen sind vermehrte und zudem starke Wutausbrüche aus nichtigen Gründen, lautes aggressives Verhalten und Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Personen. In der Grundschule treten meistens Probleme beim Verfolgen des Unterrichts auf, sowohl im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit als auch im Umgang mit den Mitschülern. Die meisten ADHS-Kinder fallen durch verstärktes Stören des Unterrichts auf. Im weiteren Verlauf ist eine höhere Anfälligkeit für Angststörungen und Suchtverhalten zu bemerken.

Ursachen von ADHS
Die genauen Ursachen für eine ADHS-Erkrankung sind leider immer noch ungeklärt. Nach aktuellem Stand wird angenommen, dass sowohl psychosoziale, als auch biologische Faktoren einen Einfluss darauf haben, ob eine Person von ADHS betroffen ist. Studien haben jedoch herausgefunden, dass das Risiko an ADHS zu erkranken aufgrund vererbbarer genetischer Veranlagungen bei circa siebzig bis achtzig Prozent liegt.

Therapie

Ob eine von ADHS betroffene Person eine Therapie braucht und in welchem Umfang diese zu erfolgen hat, muss individuell anhand der Symptome und ihres Ausmaßes entschieden werden.
Spätestens wenn ernsthafte Probleme im Umgang mit anderen Menschen auftreten oder die schulische Laufbahn des Kindes unter den Symptomen leidet, sollte man sich überlegen, wie weiter vorzugehen ist. Ziel einer jeden Therapie sollte sein, dem Betroffenen zu helfen, seine Symptome kontrollieren zu können und die dadurch entstehenden Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Da eine endgültige Heilung nicht möglich ist, sollte eine dauerhafte Therapie mit starken Medikamenten wie Ritalin nur der letzte Ausweg sein.

Die wichtigste Möglichkeit zur Behandlung von ADHS besteht in einer Verhaltenstherapie. Während einer solchen Therapie lernen die Betroffenen, wie sie im Alltag besser mit ihren Symptomen zurechtkommen und wie sie sich selbst besser kontrollieren können. Das Ziel ist, trotz der Symptome den Alltag meistern und die entstehenden Einschränkungen auf ein Minimum reduzieren zu können. Kombiniert wird das Ganze meistens mit einer Psychotherapie in der eventuell bis dahin entstandene psychische Störungen wie Angstzustände oder Depressionen behandelt werden können. Auch immer wiederkehrende Gedächtnis und Konzentrationsübungen sollten fester Bestandteil einer jeden Therapie sein. Bei verstärkter Hyperaktivität hat sich herausgestellt, dass sportliche Aktivität helfen kann die Symptome langfristig zu reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung sind natürliche Heilmittel wie beispielsweise CBD-Öl
CBD-Öl wird unter die Zunge getropft und hilft dabei sich zu entspannen. Es unterstützt den Körper dabei hyperaktive Schübe zu minimieren und stärkt das allgemeine Wohlbefinden, sowohl körperlich als auch geistig, was es den Betroffenen einfacher macht, das in der Verhaltenstherapie Gelernte umzusetzen. Ein weiterer Vorteil liegt bei zeitgleicher Anwendung mit Medikamenten wie Ritalin in der appetitanregenden Wirkung, da die meisten Medikamente das Hungergefühl negativ beeinflussen. Natürlich sollte eine überschneidende Anwendung vorher mit einem Arzt abgesprochen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. In der Regel ist eine medikamentöse Behandlung von ADHS ohnehin nur der allerletzte Ausweg, die lediglich bei besonders schwerwiegenden Symptomen in Betracht gezogen wird.

Fazit zu Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten von ADHS

Behandlung von ADHS | © panthermedia.net /AndreyPopov

Behandlung von ADHS | © panthermedia.net /AndreyPopov

Bevor man beim eigenen Kind voreilig ADHS vermutet, sollte man sich zunächst genauer zu diesem Thema informieren. Oft genug wird ein natürliches, kindliches Verhalten wie Neugier, Bewegungsdrang oder einfaches Desinteresse an bestimmten Themen vorschnell als ADHS abgestempelt. Selbst wenn euer Kind Anzeichen von ADHS aufweist, solltet ihr zunächst einen Fachmann aufsuchen, der feststellen kann, ob euer Kind tatsächlich an ADHS leidet und zudem versuchen, gemeinsam mit dem Nachwuchs Lösungen zu erarbeiten. Die Probleme, die durch ADHS entstehen können, sind nämlich oftmals durch spezielle Therapien in den Griff zu bekommen. Ein Kind schlicht und einfach mit starken Medikamenten „ruhig“ zu stellen, sollte lediglich der allerletzte Ausweg sein.

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